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Pferdeverhalten

Pferdeverhalten

Schnelle Beine & wenig Schlaf

Pferde werden sowohl als Fernwanderwild als auch Fluchttiere bezeichnet.
D.h. Pferde passen ihren Standort den jeweiligen Lebensbedingungen an, vor allem den Futter- und Wasserquellen. Wenn ihnen Gefahr droht, suchen sie ihr Heil der Flucht.
Daher ist für Pferde das Zurücklegen großer Entfernungen kein Problem. Aber auch für einen schnellen, kurzen Sprint sind sie begabt. Wild lebende Pferde legen täglich große Strecken zurück: beim Grasen tun sie dies im gemächlichen Schritt, auf der Suche nach entfernten Futter und Wasserstellen im ausdauernden Trab und wenn Gefahr droht, im rasenden Galopp.

Diese drei Gangarten sind allen heutigen Pferderassen angeboren.
Darüber hinaus verfügen einige Rassen über spezial Gangarten, die für den Reiter besondere Vorteile bieten können. Bekanntestes Beispiel ist der bequeme Tölt vieler Islandpferde.
Auch springen können Pferde von Natur aus – auf der Flucht überwinden sie Hindernisse, die sich ihnen in den Weg stellen. Von Natur aus springen Pferde allerdings nur dann, wenn sich ein Hinderniss nicht umgehen lässt, den springen verbraucht viel Energie. Der Instinkt rät ihnen daher, diese Energie nicht zu verschwenden.

In der Ausbildung von Pferden nimmt man Rücksicht auf dieses natürliche Verhalten Rücksicht. Daher werden sie spielerisch ans Springen gewöhnt und nicht selten entwickeln sie dabei sogar oft Freude und Ehrgeiz Hindernisse anzunehmen, statt sie zu umgehen.

 

Scharfe Ohren, wacher Blick

Pferde verfügen über eine äußerst scharfe und differnezierte Sinneswahrnehmung. Eine besondere Bedeutung kommt dabei dem Sehen zu. Durch die seitliche Anordnung der Augen überblicken Pferde einen sehr großen Bereich ihrer Umwelt.
Pferde können Bewegungen in weiter Ferne, aber auch in der Nähe viel besser wahrnehmen als der Mensch. Oft reagieren sie mit Fluchtverhalten und Angst auf Dinge, die wir Menschen gar nicht wahrnehmen.

Pferde haben scharfe Ohren und können Geräusche hören, die dem menschlichen Ohr verschlossen bleiben. Hier gilt auch, wie beim Sehen, das unerklärliches Scheuen, Widerstand oder ängtliches Verhalten oft eine Ursache von Geräsuchen sind, die wir Menschen nicht wahrnehmen.

Nicht vergessen!
Respektiere jedes Scheuen eines Pferdes als Ausdruck seiner Sinneswahrnehmung. Kein Pferd scheut grundlos.

 

Tasten, schwitzen, Schmerz empfinden

Das größte Sinnesorgan beim Pferd ist wie beim Menschen auch, die Haut. Im Bereich der Unter- und Oberlippe machen Tasthaare die Haut besonders sensibel. Damit können sie sogar kleine Fremdkörper im Futter aussortieren.

Das Abrasieren der Tasthaare an Maul, Nüstern und Ohren ist in Deutschland gesetzlich verboten!

Im Gegensatz zu den meisten anderen Tieren können Pferde durch die Haut Flüssigkeit abgeben – sie schwitzen.
Manche Pferderassen sind ganz besonders berührungsempfindlich, ja sogar kitzelig.

Pferde sind nicht so schmerzempfindlich wie der Mensch. Sie erdulden Schmerzen in der Regel stumm. Selten und nur bei schweren Verletzungen oder schmerzhaften Erkrankungen lassen sie eine Art stöhnen hören. Auf einen plötzlichen Schmerz reagieren können mit einem Schreckenslaut reagieren.

 

Soziale Bedürfnisse

Das Verhalten von Pferden ist geprägt vom Leben in der Herde in der eine strenge Ordnung herrscht.
Leithengst und -stute stehen an der Spitze der Rangordnung. Sie wachen über die Herde und geben auch das Kommando zur Flucht. Sie genießen auch Vorrang an begehrten Futter- und Wasserplätzen.

Das Alleinsein, ohne Sichtkontakt zu anderen Pferden stellt für ein junges Pferd eine Stresssituation dar. Auch beim Ausreiten ohne Sichtkontakt zu anderen Pferden kann ein unerfahrendes Pferd schreckhaft und ängstlich reagieren lassen.

Lasse ein einzelnes Pferd in einer ungewohnten Situation oder Umgebung nicht allein zurück. In einer solchen Stresssituation für das Pferd musst due mit Fluchtveruchen oder Widerstand rechnen.

 

Kontakt untereinander

Wenn fremde Pferde sich begegnen, begrüßen sie sich mit einem Nasen-Schnupperkontakt.
Das ranghöhere Pferd zeigt dabei sein Drohgesicht mit angelegten Ohren. Da auf den Nasenkontakt oft Rangeleien um die Rangordnung folgen können, sollten Pferde lernen, ihre Artgenossen ohne Begrüßungsritual zu akzeptieren.
Pferde pflegen spontane intensive Freund- oder Feindschaft. Sind sie befreundet, suchen sie Nähe und Körperkontakt. Sie kraulen sich sogar z.B. gegenseitig die Mähnen oder vetreiben sich gegenseitig die Fliegen.

Feindschaften sind meist durch ungelöste Konflikte bedingt. Kämpfe um die Rangordnung gehören zum wichtigen Sozielverhalten eines Pferdes. In der Regel verlaufen diese Kämpfe unblutig und enden mit dem Zurückweichen des Rangniederen. Jeder Pferdehalter, der fremde Pferde gemeinsam auf die Koppel entlässt, muss mit Auseinandersetzungen rechnen. Jedes neue “Herdenmitglied” wird zunächst als Eindringling behandelt. Manchmal genügt jedoch ein sekundenlanges Beschnuppern um das grundlegende Verhältnis abzuklären.

Pferde, die sich gleichgültig sind oder sich nicht mögen, halten voneinander Abstand. Gegenseitiges Dulden kann auch vom Menschen nicht erzwungen werden.

 

Mensch & Pferd

Zum Dasein und auch zum biologischen Erbe des Pferdes gehört eine geklärte Rangordnung einfach dazu. Auch zum Verhältnis Pferd und Mensch muss eine Rangordnung geklärt sein. Nur wenn das Pferd den Menschen als ranghöheres Lebewesen akzeptiert, ist für größtmögliche sicherheit beider Partner gesorgt. Betrachtet das Pferd den Mensch als rangniederes Wesen, kann das gefährliche Folgen haben. Beim ungleichen Kräfteverhältnis zwischen Mensch und Pferd sind Unfälle vorprogrammiert.

 

Neugier & Angst

Pferde versuchen immer Begegnungen mit unbekannten und unangenehmen Dingen zu vermeiden. Wenn sie aber Gefahr wittern reagieren sie mit Flucht, die sich schnell in eine unkontrollierbare Panik steigern kann. Im schlimmsten Fall rennen sie dann auf die Strasse, gegen eine Mauer oder sogar mitten in einen Waldbrand hinein.
Damit nicht jede unvorhergesehene Begegnung Panik auslöst hat die Natur dem Pferd eine kleine Schutzfunktion mitgegeben – die Neugier. Da reicht es manchmal etwas bedrohlich wirkende behutsam zu beschnuppern um das Vertrauen wiederherzustellen. Ob aber Furcht oder Neugier überwiegt ist bei Pferden schwer vorherzusagen.

 

Mimik & Gestik

Pferde verfügen über eine deutliche Mimik. Flach am Kopf angelegt Ohren z.B. sind ein deutliches Drohsignal, weitaufgerissene Augen und Nüstern verraten Angst und nach vorn gerichtete Ohren signalisieren Aufmerksamkeit.

Pferde verständigen sich überwiegend durch Mimik und Gestik. Sie erkennen auch menschliches Bewegungsverhalten, insbesondere alle Anzeichen von Unsicherheit und Angst.

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